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Babesiose, Leishmaniose, Ehrlichiose, Anaplasmose, Dirofilariose.

Übertragung von Reisekrankheitserregern

Die Übertragung von Krankheitserregern, z.B. Borreliose-Bakterien, beginnt nicht sofort nach dem Festsetzen der Zecke. Vielmehr nimmt das Risiko mit der Saugdauer zu und erreicht ein Maximum bei der schnellen Saugphase, die nach ca. 48 Stunden einsetzt.

Bis vor wenigen Jahren warnten Tierärzte vor allem Hundebesitzer, die mit ihrem Tier Urlaub in wärmeren Ländern machten, vor den Gefahren subtropischer und tropischer Krankheitserreger. Inzwischen erkranken aber auch Hunde hierzulande, zum Beispiel an der bedrohlichen Babesiose, auch Hundemalaria genannt.

Durch die Klimaveränderung werden in Deutschland neue Zecken- und Mückenarten heimisch. Hierzu zählen unter anderem die Dermacantor-Zecke und die Phlebotomen, die auch als Sandmücken bekannt sind. Diese Parasiten sind Überträger gefährlicher Krankheitserreger. Damit steigt bei uns auch für Hunde die Gefahr schwerer bis tödlich verlaufender Infektionskrankheiten.

Babesiose wird durch die aus südlichen Ländern stammende Auwald-Zecke übertragen. Hat eine infizierte Zecke einige Zeit gesaugt, werden aus ihrem Darm Babesien (einzellige Parasiten) ausgeschieden und ins Blut übertragen. Hier zerstören sie die roten Blutkörperchen, d.h. die Sauerstoffträger im Bild gehen kaputt.

Die Klimaerwärmung, aber auch ein höheres Tourismusaufkommen sind die Ursachen. Ebenso der Import von Tieren aus dem Mittelmeerraum. Daher ist immer anzuraten, Tiere aus diesen Regionen untersuchen zu lassen, ob sie mit dem Krankheitserreger infiziert sind.

Tiere, die Babesien-Erreger in sich tragen, sind eine indirekte Infektionsquelle. Saugen Zecken an solchen Hunden, nehmen sie natürlich die Babesien mit auf und können diese weiter übertragen.

Wie kann man vorbeugen?

Sie sollten ihr Tier nach Spaziergängen gründlich durchkämmen, um im Fell sitzende Zecken herauszubürsten. Zecken, die sich schon festgesaugt haben, können mit einer Zeckenzange entfernt werden. Zum anderen gibt es so genannte Repellentien, Mittel, die durch die enthaltenen Geruchsstoffe die Zecken und Mücken abschrecken. Dadurch werde die Parasiten zu fast 100 Prozent vom Hund ferngehalten. Sie lassen sich also erst gar nicht auf ihm nieder und können ihn deshalb auch nicht infizieren. Tierhalter sollten ihre Hunde vom Frühjahr bis Ende Herbste ganzjährig auf Reisen in südliche Länder vor Zecken- und Mückenstichen schützen.

Borreliose und Anaplasmose werden durch die heimische Zecke Ixodes Ricinus (auch Holzbock genannt) übertragen. Borreliose kann beim Hund Gelenkentzündungen mit wechselseitigem Hinken bewirken.

Bei der Anaplasmose werden die weißen Blutkörperchen zerstört. Ihre Symptome sind Fieber, Gewichtsverlust, Schlappheit, Ödeme in den Gliedmaßen, Blutarmut und eine Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems. Unbehandelt verläuft sie schwer bis tödlich.

Babesiose wird in Deutschland durch die Dermacantor-Zecke übertragen. Sie ist eine Malaria ähnliche Infektionskrankheit. Ihre Erreger sind Blutparasiten und zerstören die roten Blutkörperchen. Gelbsucht und Anämie sind die Folge. Unbehandelt verläuft sie in der Regel tödlich.

Ehrlichiose wird durch "die braune Hundezecke" übertragen. Sie fuhrt zu einer Verminderung der Blutplättchen und damit zu Blutungsneigung. Fieber, Appetitlosigkeit, Schlappheit und eine Vergrößerung der Lymphknoten sind die Folge. Unbehandelt verläuft sie schwer bis tödlich.

Leishmanisose wird von Phlebotomen (Sandmücken) übertragen. Sie ist bisher in Deutschland nur in Einzelfällen aufgetreten und gilt noch als Reisekrankheit. Haut-, Knochenmark, Nieren, Milz, Leber und Lymphknoten werden durch sie geschädigt. Sie verläuft chronisch bis tödlich.

Dirofilariose, die Herzwurmkrankheit, ist ebenfalls eine Reisekrankheit und wird durch Culziden (bestimmte Stechmücken) übertragen. Die Herzwürmer können bis zu 20 cm lang werden und parasitisieren in den Lungenarterien und der rechten Herzkammer.